Ich hatte einmal das Glück, ihn live zu erleben, einen der berühmtesten Gitarristen aller Zeiten: Paco de Lucia.

Er brauchte keine große Band, um seine Zuhörer in den Bann zu ziehen, alleine seine Flamencogitarre verzauberte mit spanischen Rhythmen, und man fragte sich, wie ein Mensch fähig sein kann, solche virtuosen Klänge aus einer Gitarre herauszubringen.

Paco de Lucia war ein wahrer Vertreter des Flamenco, denn er stammte aus einer andalusischen „Gitano-Familie“, wo der Flamenco seine Wurzeln hat. Am 21. Dezember 1947 wurde Francisco Sanchez Gemez, wie er mit bürgerlichem Namen hieß, in der Hafenstadt Algeciras, in der andalusischen Provinz Cádiz geboren. Sein Vater, der selbst ein verkannter Flamencosänger war, drängte ihn als Kind, stundenlang auf der Gitarre zu spielen.

Bereits im Alter von zwölf Jahren unterhielt Paco nachts in schummrigen Flamenco-Bars die Gäste mit seinem Gitarrenspiel und brachte somit Geld nach Hause. Seine Familie, die in ärmlichen Verhältnissen lebte, konnte dies gut gebrauchen.

Schon mit 15 Jahren spielte er bei Schallplattenaufnahmen in Madrid mit und mit 19 Jahren unterzeichnete er seinen ersten eigenen Plattenvertrag.

Von da an begann auch die Zusammenarbeit mit dem Flamencosänger Camaron de la Isla, die anhielt, bis Cameron im Jahr 1992 einem Krebsleiden erlag. Noch heute sind Paco de Lucias Platten, die aus den 70er und 80er Jahren stammen, bekannte Klassiker in der Flamenco-Musik.

Im Jahr 1973 schaffte er international den Durchbruch mit dem Stück „Entre dos Aguas“. Seitens der traditionellen Flamenco-Szene erntete er jedoch Kritik, weil er den Flamenco mit Elementen von Jazz und Klassik kombinierte.

Im Jahr 2004 erhielt der die renommierte Auszeichnung des Prinz-von-Asturien-Preises mit der Begründung, dass sein Stil die jüngere Generation geprägt habe und Paco de Lucia in der Welt einer der besten Botschafter für spanische Kultur sei.

Im Jahr 2014 starb der Stargitarrist im Alter von 66 Jahren nach einem Herzinfakt im mexikanischen Cancun.