Wissen Sie, was das erste Instrument der Welt war? Forscher haben vor einigen Jahren auf diese Frage wohl eine Antwort gefunden. Mehr als 35.000 Jahre soll eine Knochenflöte alt sein, die Wissenschaftlicher bei Ausgrabungen in der schwäbischen Alb gefunden haben. Und sie ist nicht das erste Instrument, welches dort gefunden wurde. Offensichtlich gehörte Musik also schon zum Alltag der Eiszeitmenschen.

Schwaben sind die ältesten Musiker der Welt

Die Instrumente wurden alle in einem Höhlensystem in Schelklingen gefunden, gut 20 Kilometer von der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart entfernt. Dort wurde auch die “Venus” gefunden, eine Figur, die wohl die älteste Menschendarstellung überhaupt zeigt. Die ältesten nachgewiesenen Musiker der Welt sind demnach also Schwaben. Und ihr Instrument, die Knochenflöte, unterscheidet sich überraschend wenig von modernen Geräten. So besitzt der Fund aus der schwäbischen Alp fünf Löcher und ist gut 22 Zentimeter lang. Ein Nachbau durch Forscher lässt jedoch vermuten, dass das Eiszeit-Instrument einen relativ hohlen Klang hatte.

Hergestellt wurde die älteste Flöte aus dem Knochen eines Gänsegeiers. Andere Instrumente aus der Region haben ihren Ursprung dagegen im Elfenbein. Also liegt die Vermutung nahe, dass die schwäbischen Musiker wohl mehrere Materialien ausprobierten, um ihre Musikinstrumente weiter zu verfeinern. Damit ist unbestreitbar klar, dass eine wachsende und reifende Musikkultur nahezu gleichzeitig mit dem Erfolgszug des modernen Menschen einherging.

Auf mehreren Ausstellungen zu sehen

Bewundern können Musikbegeisterte das Instrument auf diversen Ausstellungen, zuletzt bei der Landesausstellung in Stuttgart. Zudem gehen die Ausgrabungen in der schwäbischen Alb weiter. Immerhin liefert das Team um den Geschichtsforscher Nicolas Conrad immer wieder neue Sensationsfunde, welche die wissenschaftliche und die musikalische Welt aufhorchen lassen. Diese Erfolge sind selbst für den Forscher nur schwer zu erklären. Vermutlich sind die Wissenschaftlicher aber einfach durch viel Glück auf ein kulturelles Zentrum der frühen Menschheitsgeschichte gestoßen. Und das mitten im Herzen Deutschlands, dem Land der Dichter und Denker. Etwas, worauf man stolz sein kann.